Beschleunigung der Batterieproduktion: Die Sunlight Group leitet das BATTwin-Projekt zur Sicherung der europäischen Energiesouveränität
Athen, 8. Juli 2026 – Die Sunlight Group, ein Unternehmen der Olympia Group und führend im Bereich integrierter und innovativer Energiespeichertechnologien, war Gastgeber des 8. Konsortiumstreffens von BATTwin, einem von der EU geförderten Projekt, in ihrem markanten Industriekomplex in Xanthi, Griechenland.
Das vorrangige Ziel von BATTwin ist es, Europas strategischen Wandel hin zur Energiesouveränität zu unterstützen. Da sich über 80 % der weltweiten Produktion von Lithium-Ionen-Batterien auf den asiatisch-pazifischen Raum konzentrieren, muss Europa seine heimischen Produktionskapazitäten rasch ausbauen und dabei kostenseitig wettbewerbsfähig bleiben.
In diesem Zusammenhang verläuft die industrielle Skalierung neuer Produktionslinien nach wie vor unbeständig, wobei die anfänglichen Ausschussquoten häufig 15 % bis 30 % erreichen. Da Fertigungsfehler in der Regel erst während der abschließenden Testphasen nach der Produktion erkannt werden, gehen regelmäßig erhebliche Mengen kritischer Rohstoffe verloren, was sowohl die finanzielle Tragfähigkeit als auch die strategische Sicherheit des europäischen Batterie-Ökosystems gefährdet. Das BATTwin-Projekt begegnet dieser Schwachstelle daher durch die Schaffung eines „digitalen Zwillings“, also einer virtuellen Echtzeit-Nachbildung der Zellproduktionslinien der Fabriken.
Als wichtiger industrieller Anker des Projekts dient der Industriekomplex der Sunlight Group in Xanthi als entscheidendes Testfeld, auf dem diese Technologie in die Realität der Schwerindustrie überführt wird. Mit einer Fläche von 90.000 Quadratmetern und einer Jahreskapazität von 9 GWh ist diese automatisierte Vorzeigeanlage einer der modernsten Standorte für die Batterieherstellung in Europa. Durch die Bereitstellung eines skalierbaren, betriebsbereiten Ökosystems bietet Sunlight dem Konsortium die erforderliche Infrastruktur für realitätsnahe Daten, um komplexe Vorhersagealgorithmen im kommerziellen Maßstab für verschiedene Zellgeometrien und Chemien zu trainieren und zu validieren.
Vom 2. bis zum 3. Juli brachte die zweitägige Veranstaltung paneuropäische Partner aus den Bereichen Technologie, Forschung und Industrie zusammen, um technische Errungenschaften, laufende Arbeiten und die nächsten Schritte zur Umsetzung und Validierung der Digital-Twin-Plattform von BATTwin zu erörtern.
Die Konsortialpartner wurden darüber hinaus zu technischen Besichtigungen der automatisierten Zellproduktionslinien von Sunlight eingeladen, um die Protokolle zur Datenintegration zwischen den physischen Anlagen und der digitalen Plattform BATTwin abzustimmen und damit die Grundlagen für die industrielle Pilotvalidierung des Rahmenwerks zu schaffen.
Über BATTwin
BATTwin hat sich zum Ziel gesetzt, eine neuartige, mehrstufige Digital-Twin-Plattform für eine fehlerfreie Fertigung in der Batterieproduktion zu entwickeln, die die Fehlerquote in den Batterieproduktionslinien senken soll. Die Lösung stützt sich auf vier Säulen, nämlich:
(i) eine Ebene zur Erfassung und Verwaltung von Multisensordaten, die durch Datensemantik im Rahmen eines „Digital Battery Passport“-Datenmodells unterstützt wird,
(ii) digitale Zwillinge auf Prozessebene, die die entscheidenden Phasen der Elektrodenherstellung, der Zellmontage und der Konditionierung mithilfe multiphysikalischer, datengesteuerter und hybrider Ansätze modellieren,
(iii) digitale Zwillinge auf Systemebene, die auf Simulationen und analytischen Modellen basieren,
(iv) nutzerorientierte, zielgerichtete Digital-Twin-Arbeitsabläufe, die die Nachvollziehbarkeit von Digital Twins verbessern und den Nutzer bei der Systemgestaltung und -steuerung einbeziehen.
Der Ansatz wird in den Werken von Sunlight und Verkor getestet – zwei industriellen Pilotanlagen, in denen Batterien mit unterschiedlichen chemischen Zusammensetzungen und Geometrien hergestellt werden –, um die Flexibilität und Skalierbarkeit des Ansatzes im Hinblick auf „Zero-Defect“-Gigafabriken in Europa zu validieren.
Das BATTwin-Projekt wird von Prof. Marcello Colledani vom Fachbereich Maschinenbau des Politecnico di Milano koordiniert und wird von der Europäischen Exekutivagentur für Klima, Infrastruktur und Umwelt im Rahmen der Fördervereinbarung Nr. 101137954 finanziell unterstützt.